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Die Martinsrieder Medigene AG wartete am Freitag mit schlechten Nachrichten auf: wegen ausbleibender Meilensteinzahlungen sei das Grundkapital empfindlich angeknabbert worden, man müsse sogar von einer Halbierung in der nächsten Zeit ausgehen. Die Liquiditätsreserven reichen daher auch nicht mehr bis in den Sommer, sondern nur noch „bis Mai“, wobei unklar blieb, ob damit der Monatsanfang oder Ende Mai gemeint ist. Das Management schweigt sich ansonsten aus. Krisenstimmung in der Lochamerstraße.

Die Tübinger CureVac sieht die eigene Position in einem andauernden Patentstreit mit BioNTech gestärkt. Der Einspruch der Mainzer gegen die Gültigkeit des in Frage stehenden Patents wurde abgewiesen, das Schutzrecht bleibt damit erhalten. Nun kann es in weiterer gerichtlicher Abklärung darum gehen, ob BioNTech dieses Schutzrecht verletzt hat und gegebenfalls zur Leistung von Schadenersatz verurteilt wird.

Mit den Geschäftszahlen zum vergangenen Jahr bilanziert die Mainzer BioNTech SE die Transformation zu einer forschenden Arzneimittelfirma. Obwohl die COVID-19-Impfstoffe weiterhin mehrere Milliarden Umsatzerlöse erbringen, gleichen diese die noch höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung und für den hohen Personalbestand nicht mehr aus. BioNTech schreibt damit deutlich rote Zahlen und hofft, dass die klinische Entwicklung der Krebswirkstoffe wie geplant baldmöglichst zu Zulassungen und damit neuen Einnahmen führen. Eine Umstrukturierung an den Standorten Marburg und Idar-Oberstein soll in den nächsten drei Jahren zwar zu einem Personalabbau führen, der jedoch an anderen Standorten im Saldo nahezu ausgeglichen werden soll.

Ein Stoppzeichen der FDA für den Malariaimpfstoff von BioNTech bringt ein Entwicklungsfeld auf den öffentlichen Radar, das in den vergangenen Monaten von den Mainzern selbst kaum in den Vordergrund gestellt wurde. Ihr Fokus gilt den vielen Krebswirkstoffen, deren Entwicklungsfortschritt in den nächsten Tagen vorgestellt werden wird.

Die Tübinger mRNA-Firma CureVac N.V. berichtet zum Jahresstart von einer nahezu abgeschlossenen Restrukturierungsphase und neuem Fokus auf die eigene Forschung: statt Impfstoffen gelte der Fokus nun wieder Krebs und „Nicht-Atemwegsinfektionen“. Der Abbau von rund 300 Stellen sei jedoch noch nicht abgeschlossen und zudem mit hohen Abfindungszahlungen verbunden. Durch die Lizenzvereinbarung mit GSK für die Impftechnologie im Bereich Atemwegserkrankungen sei das finanzielle Polster aber ausreichend bis ins Jahr 2028.

Die Corona-Pandemie ist längst Geschichte, die Streitigkeiten über die Verteilung der Impfstofferlöse sind jedoch noch im Gange. Kurz vor Weihnachten haben die Mainzer BioNTech SE und Entwicklungspartner Pfizer einer Nachforderung der Entwicklungs- und Lizenzpartner der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) sowie der University of Pennsylvania nachgegeben. Gemeinsam beläuft sich die Nachzahlung auf rund 1,2 Mrd. US-Dollar. Den größeren Teil muss Biontech tragen.

Ein Überblick der meistgeklickten Meldungen auf |transkript.de in diesem Jahr 2024 ergibt erneut einen klaren Sieger auf dem ersten Platz: BioNTech. Schon wie im vergangenen Jahr ist die Mainzer KI- und Biotech-Firma mit mehreren Meldungen in den Top-10 gelandet. Doch auch Novartis (Morphosys), Evotec und erstmals Miltenyi Biotec schaffen es ganz weit nach vorne.

Die Partnerschaft vom vergangenen Herbst führt nun zur Verschmelzung: Die Mainzer BioNTech kauft für eine knappe Milliarde US-Dollar die chinesische Firma Biotheus, die eine Plattform für die Entwicklung neuer Antikörperformate mitbringt. Die ursprüngliche Partnerschaft drehte sich um einen einzelnen bispezifischen Antikörper der Chinesen, der gleichzeitig PD-L1 und VEGEF erkennt. In der Pipeline von Biotheus schlummern weitere rund zehn am Reißbrett konstruierte Antikörpermoleküle gegen bestimmte Krebszielmoleküle sowie gegen Entzündungsreaktionen. Vorab zahlt BioNTech 800 Mio. US-Dollar, weitere 150 Mio. US-Dollar können an die Anteilseigner von Biotheus bei weiterem klinischen Fortschritt noch nachträglich fließen.

Die Mainzer BioNTech SE hatte zu einer Veranstaltung nach London geladen, um einen tieferen Einblick in den Werkzeugkasten der übernommenen InstaDeep zu geben, die als Pionier der künstlichen Intelligenz im Zusammenspiel mit den biologischen und medizinischen Fragestellungen von BioNTech mit neuen Technologieangeboten punkten will. Mit den vorgestellten Möglichkeiten positioniert sich BioNTech an der Spitze des Feldes.

In Mainz gehen die Bauarbeiten an verschiedenen Stellen des Stadtgebietes voran. Das Lab 1 steht bereits und kann bald bezogen werden. Die Planungen für Lab 2 und Plus Ultra Mainz sind weit fortgeschritten. Nun haben sich die Grundstückseigentümer auch für den neuen Hauptcampus als Herzstück des neuentwickelten Biotech-Standortes auf ein Gesamtkonzept geeinigt, das viel Grün belässt und sich als öffentliches Quartier ins Stadtbild einfügen soll.